Den EIC Accelerator zu beantragen bedeutet, drei aufeinanderfolgende Bewertungsstufen zu durchlaufen: Kurzantrag, Vollantrag und Jury-Interview. Jede Stufe hat eigene Unterlagen, eigene Fristen und eigene Ausscheidungsquoten. Wer den Antrag zum ersten Mal stellt, unterschätzt meist nicht den Aufwand einer einzelnen Stufe, sondern wie unterschiedlich die drei Stufen sind und wie viel Vorlaufzeit die audiovisuellen Bestandteile brauchen.
Die drei Schritte beim Beantragen
- Kurzantrag (Step 1). Ein kurzes Formular, ein Pitch Deck von bis zu zehn Folien und ein Video von höchstens drei Minuten. Laufend einreichbar, monatlich bewertet durch vier Fachgutachter.
- Vollantrag (Step 2). Ein deutlich längerer Antragstext, detaillierte Finanzdaten, eine IP- und Freedom-to-Operate-Strategie und – bei einem Zuschuss – ein Umsetzungsplan mit Pauschalbudget. Nur zu festen Stichtagen einreichbar.
- Jury-Interview (Step 3). Ein persönlicher Pitch vor der Jury nach bestandenem Vollantrag, mit anschließender GO- oder NO-GO-Entscheidung.
Eine ausführliche Beschreibung jeder Stufe, der Fristen 2026 und 2027 sowie der Förderfähigkeit finden Sie unter EIC Accelerator: Förderung, Voraussetzungen und Fristen. Die englischsprachigen Schritt-für-Schritt-Anleitungen zu Step 1 und Step 2 gehen auf die Formularfelder selbst ein.
Was eine EIC-Accelerator-Beratung konkret umfasst
Eine EIC-Accelerator-Beratung ist keine Schreibleistung, sondern eine Reihe von Entscheidungen, die vor oder parallel zum Schreiben getroffen werden müssen. In einem ersten Beratungsgespräch prüft ein Berater in der Regel vier Punkte: die Förderfähigkeit anhand des TRL-Nachweises für die integrierte Innovation, die passende Finanzierungsoption (Zuschuss, Mischfinanzierung oder reine Beteiligung), die Positionierung der Finanzierungslücke gegenüber privatem Kapital, und ob eine Bewerbung in diesem oder im nächsten Zyklus sinnvoller ist. Erst danach beginnt die eigentliche Antragserstellung.
Die Kosten für eine EIC-Accelerator-Beratung hängen vom Umfang ab: Ein einzelnes Beratungsgespräch zur Einschätzung der Förderfähigkeit ist deutlich günstiger als eine laufende Begleitung über den gesamten Prozess bis zum Jury-Interview. Anbieter, die einen einzelnen Pauschalpreis für „Beratung und Antrag zusammen“ nennen, ohne die beiden Leistungen zu trennen, machen es schwer, den reinen Beratungsanteil zu bewerten. Eine Aufschlüsselung von Beratung und Schreibleistung sowie eine Übersicht, wann sich welche Leistung lohnt, finden Sie unter EIC-Accelerator-Beratung: Wann Sie einen Berater brauchen.
Was das Beantragen kostet, wenn Sie Unterstützung holen
Die beiden gängigen Formen externer Unterstützung sind unterschiedliche Leistungen mit unterschiedlichem Preis:
| Leistung | Was dafür bezahlt wird | Wann sie sich lohnt |
|---|---|---|
| EIC-Accelerator-Autor | Verfassen und Strukturieren des Antragstexts nach den Bewertungskriterien | Die Strategie steht, aber es fehlt an Schreibkapazität oder Erfahrung mit dem Format |
| EIC-Accelerator-Berater | Entscheidung, ob und wie beantragt wird: Finanzierungsoption, Positionierung, TRL-Nachweis | Unklar, ob ein Antrag dieses Jahr sinnvoll ist oder welche Finanzierungsoption passt |
Beide Leistungen werden häufig gemeinsam gebucht, weil eine falsche strategische Entscheidung die beste Antragstext-Qualität wertlos macht. Wer aber bereits weiß, dass die Technologie förderfähig ist und welche Finanzierungsoption beantragt werden soll, benötigt in der Regel nur die Schreibunterstützung.
Zeitplan: Wie lange dauert das Beantragen?
Der Kurzantrag lässt sich in wenigen Wochen vorbereiten, sofern Pitch Deck und Video priorisiert werden – beide brauchen erfahrungsgemäß mehr Vorlauf als der Text selbst. Zwischen einer GO-Entscheidung beim Kurzantrag und dem nächsten Vollantrags-Stichtag liegen je nach Zyklus mehrere Wochen bis wenige Monate; dieser Zeitraum ist knapp bemessen, wenn Finanzdaten, IP-Strategie und Umsetzungsplan erst danach begonnen werden.
Häufige Fehler beim Beantragen
- Beantragen ohne belegte Finanzierungslücke. Der EIC finanziert Unternehmen, deren Finanzierungslücke privates Kapital nicht schließt. Wer diese Lücke nicht konkret belegen kann, scheitert unabhängig von der Textqualität.
- Falsche Finanzierungsoption beantragt. Zuschuss, Mischfinanzierung und reine Beteiligung verlangen unterschiedliche Unterlagen und unterschiedliche Bewertungsschwerpunkte.
- Video und Pitch Deck erst kurz vor der Frist begonnen. Beide Formate brauchen mehrere Überarbeitungsrunden und werden regelmäßig unterschätzt.
- TRL-Nachweis nur für die stärkste Komponente statt für die integrierte Innovation. Ein Gutachter prüft das Gesamtsystem, nicht das beste Teilsystem.
Selbst beantragen oder Unterstützung holen?
Wenn das Team präzise erklären kann, was validiert wurde, wer die Kunden sind und warum privates Kapital die nächste Phase nicht allein finanziert, sind die strategischen Fragen bereits beantwortet – übrig bleibt eine Schreibaufgabe. Bestehen dagegen Zweifel an der Finanzierungsoption, am Timing oder an der TRL-Einstufung, klärt das in der Regel ein Beratungsgespräch schneller als ein eigenständiger Versuch.
