Der Evaluierungsprozess des EIC Accelerator: Eine Verschiebung des Fokus über mehrere Schritte hinweg

Das European Innovation Council (EIC) Accelerator-Programm verwendet einen bestimmten Ansatz zur Bewertung von Anwendungen in verschiedenen Phasen des Prozesses. Dieser Ansatz wirkt sich erheblich auf die Konsistenz und Vorhersehbarkeit der Bewertungen aus und stellt die Antragsteller vor Herausforderungen.

  1. Schritte 1 und 2: Tausende Fernbewerter: Die ersten beiden Schritte des EIC Accelerator-Prozesses erfordern den Einsatz einer großen Anzahl von Remote-Evaluatoren. Diese Gutachter haben die Aufgabe, die große Anzahl an Bewerbungen zu bearbeiten und sich dabei auf die Prüfung der technologischen Aspekte der Projekte zu konzentrieren. In dieser Phase sollen gute Technologien und realisierbare Projekte identifiziert werden.
  2. Schritt 3: Eine kleine Anzahl von Jurymitgliedern auswählen: Im letzten Schritt wird hingegen eine kleine Gruppe kommerziell orientierter Jurymitglieder eingesetzt. Diese Mitglieder sind dafür verantwortlich, die endgültigen Finanzierungsentscheidungen zu treffen, idealerweise basierend auf dem Geschäftspotenzial der Projekte. Ziel ist es, die besten Business Cases auszuwählen und so den langfristigen Erfolg des Programms sicherzustellen.

Herausforderungen, die sich aus diesem Ansatz ergeben

  • Erhöhte Zufälligkeit bei der endgültigen Auswahl: Die geringere Anzahl der Jurymitglieder in Schritt 3 führt in Kombination mit ihrem kommerziellen Fokus zu einem höheren Grad an Zufälligkeit im Auswahlprozess. Diese Zufälligkeit wird noch dadurch verschärft, dass die Bewerber nicht in der Lage sind, die Kommentare der Jurymitglieder direkt zu widerlegen oder darauf zu reagieren.
  • Mangelnde Konsistenz über die Schritte hinweg: Die Verlagerung des Fokus von der technologischen Machbarkeit in den ersten beiden Schritten hin zum kommerziellen Potenzial im letzten Schritt kann zu fehlerhaften Bewertungen führen. Projekte, die die technologische Prüfung der Ferngutachter bestehen, könnten mit der kommerziellen Ausrichtung der Jurymitglieder zu kämpfen haben.
  • Einfluss zwischenmenschlicher Fähigkeiten in Schritt 3: Die letzte Phase des Vorstellungsgesprächs hängt stark von der Präsentation und den zwischenmenschlichen Fähigkeiten der Bewerber ab, Faktoren, auf die man sich innerhalb des kurzen Zeitrahmens zwischen den einzelnen Schritten nur schwer vorbereiten kann. Dieses Vertrauen kann die eigentlichen Vorzüge des Projekts in den Schatten stellen und die Unvorhersehbarkeit des Prozesses verstärken.

Abschluss

Der Bewertungsprozess des EIC Accelerator stellt für Bewerber eine einzigartige Herausforderung dar, da zwischen den Anfangsphasen, in denen eine große Anzahl von Fernbewertern mit Schwerpunkt auf Technologie eingesetzt wird, und der Endphase, in der eine kleine Jury mit kommerziellem Schwerpunkt zum Einsatz kommt, eine besondere Herausforderung besteht. Diese Ungleichheit kann zu inkonsistenten Bewertungen und erhöhter Zufälligkeit führen, insbesondere in der Phase der endgültigen Entscheidungsfindung. Für Bewerber bedeutet dies, dass sie einen Prozess durchlaufen müssen, bei dem sich die Erfolgskriterien von einer Phase zur nächsten erheblich verschieben können.